Der Begriff Ernährung klingt nicht nur technisch und wissenschaftlich, das ganze Thema rund um Ernährung ist auch tatsächlich hoch komplex. Und speziell in unserer heutigen Zeit, ist es auch noch ziemlich kompliziert geworden. Früher hat es ausgereicht, einfach „nur“ kochen zu können. Aus den vorhandenen Lebensmitteln wurde ein nahrhaftes Essen für die ganze Familie gezaubert. Großmutters Kochrezepte waren einfach, saisonal und überschaubar. Heute ist kochen zum Kult und zur Kunst hochstilisiert worden und Ernährung zur Wissenschaft erhoben. Die unzähligen komplexen Zusammenhänge von Nahrungsmitteln sind für einen Laien kaum noch nachvollziehbar. Dazu allerlei Unverträglichkeiten und Allergien, all das macht das Thema Ernährung zu keiner Nebensache mehr.

Im Gegenteil. Es ist ein grundlegend wichtiger Baustein für ein gesundes und nachhaltiges Leben. Der griechische Arzt Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) sah in der falschen Ernährung sogar eine der Hauptursachen für das Entstehen von Krankheiten: „Tausende essen sich zu Tode, ehe einer stirbt an Hungersnot.“ Diese drastische Formulierung verdeutlicht, wie wenig die Menschheit damals und zum Teil noch heute über den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit Bescheid weiß. Doch spätestens seit der Dokumentation „Du bist, was du isst!“ bekommt Essen die Aufmerksamkeit, die es im Zusammenhang mit körperlichem Wohlbefinden, geistiger Leistungsfähigkeit, Fitness und Attraktivität verdient.

Um die eigene Ernährung nicht nur gesund für den Körper, sondern auch nachhaltig zu gestalten, sind ökologische, ökonomische und soziale Aspekte ebenfalls wichtig.

Ökologische Verpackungen von Lebensmitteln

In Punkto ökologische Nachhaltigkeit bei Lebensmittel und Getränken spielt vor allem die Verpackung eine wesentliche Rolle. So gut wie jedes Nahrungsmittel ist verpackt. Das dient natürlich zum Schutz, damit das Lebensmittel sicher von den herstellenden Unternehmen zu den EndkundInnen gelangt, aber es dient auch zu Marketingzwecken. Viele KundInnen greifen zu optisch ansprechenden und im Handling praktisch verpackten Produkten. Dennoch ist der Trend eindeutig. Biologisch abbaubare Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, sind die Zukunft. Zu den neuesten Innovationen im Bereich der Lebensmittelverpackung zählen Kartons aus Kartoffeln, Styropor aus Pilzkulturen und Flaschen auf Basis von Zuckerrohr.  Biologisch abbaubare Verpackungen müssen aber nicht immer zwingend  aus der Natur stammen, sondern können auch in Laboren erzeugt werden. Polymilchsäure ist auf diesem Gebiet Spitzenreiter und wird auf biotechnologischem Weg mit Mikroorganismen erzeugt.

Ökologische Herstellung von Lebensmitteln

Bei der Erzeugung von Lebensmitteln wird viel Aufwand betrieben. Vieles davon ist ökologisch nicht mehr zeitgemäß. In Europa ist die landwirtschaftliche Produktivität in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund von wachsender Monokultur, umfassenderen Bewässerungssystemen, effizienteren Maschinen, Pestiziden und Kunstdünger gestiegen. Das hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf die Umwelt. Böden, Flüsse und Seen werden verunreinigt, die Artenvielfalt reduziert und die CO2-Emissionen erhöht. Dem wird nun auf vielfältige Art und Weise entgegengewirkt. Zum einen versucht man bereits auf den Konsum Einfluss zu nehmen, indem man bewusst macht, dass Lebensmittel wertvoll sind. Zum anderen kommen ökologische Bewirtschaftungsmethoden zum Einsatz, die ohne die Verwendung von Chemikalien auskommen. Auch bei der Produktion und Weiterverarbeitung wird in vielerlei Hinsicht auf Umwelt und soziale Aspekte Rücksicht genommen. Alles in allem gilt es ressourcenschonend auf allen Ebenen der Herstellung anzusetzen, damit Lebensmittel nachhaltig im Supermarkt landen.

Interessante Beiträge zu Verpackungen, Lebensmittelproduktion und nachhaltige Landwirtschaft findet man auf den Seiten von EUFIC, dem Europäischen Informationszentrum für Lebensmittel und der Europäischen Umweltagentur.

Regional, saisonal & Fairtrade

Was kann nun jede/r einzelne tun? Mittlerweile ist das wirklich viel und auch nicht mehr aufwendig. Regionale und saisonale Lebensmittel können direkt bei der nächstgelegenen Landwirtschaft bezogen werden. Eine große Auswahl an Produkten und Herstellern bietet die Plattform Bauernladen.at. Hier will man „wissen, woher es kommt“ und die Botschaft „lokal statt global“ ist eindeutig. Damit ist eines ganz klar: Das Angebot ist da, es bedarf lediglich einer Veränderung im Kaufverhalten. Statt im Supermarkt, einfach direkt bei den Bäuerinnen und Bauern aus der Region – per Mausklick.

Das öffentliche Gesundheitsportal Österreich  bietet online einen Obst- und Gemüse-Saisonkalender. Hier werden Lebensmittel nach Monaten, in denen sie reif sind, aufgelistet. So findet man ebenfalls ein wenig besser zurück zum Ursprung der Ernährung, als es darum ging, das zu verarbeiten, was gerade wächst und geerntet werden kann. Ein simpler symbiotischer Kreislauf, in dem der Mensch Teil der Natur ist und sie sich zunutze macht, ohne sie zu schädigen.

Wie verhält es sich aber nun mit Lebensmittel, die nicht regional bezogen werden können?  Das Zertifizierungssigel „Fairtrade“ garantiert den fairen Handel von Waren. Es kennzeichnet Lebensmittel, die unter bestimmten sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien hergestellt wurden. Jedes Produkt, das das grün-blaue Logo trägt kann getrost als nachhaltig eingestuft werden. Somit sind z.B. Fairtrade Bananen und Kaffee ein guter Beitrag.

Verarbeitete Lebensmittel und ernährungsbedingte Krankheiten

Bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln werden Rohstoffe durch physische oder chemische Vorgänge umgewandelt oder durch die Zugabe von weiteren Stoffen verändert. Sobald ein Lebensmittel nicht mehr zu 100% seiner Ursprungsform entspricht, ist es ein verarbeitetes Lebensmittel. Das ist an sich noch nichts Schlechtes, es sei denn, es gehen bei der Verarbeitung wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien oder Spurenelemente verloren. Das hat zur Folge, dass wir nicht mehr den Gehalt an Stoffen zu uns nehmen, den wir vermuten würden, aber dringend brauchen. So kann es zu Mangelerscheinungen oder schlimmeren Erkrankungen kommen. Denn verarbeitete Nahrungsmittel, die kaum Mikronährstoffe, dafür aber isolierte Kohlenhydrate und minderwertige Fette enthalten, führen zu einem anhaltenden Entzündungsprozess im menschlichen Körper. Hingegen sind unverarbeitete Lebensmittel reich an Antioxidantien und Ballaststoffen und können so einen wesentlichen Beitrag leisten, um ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck zu verhindern oder zu lindern.

Mit einem bewussten Griff ins Regal können wir also nicht nur ökologisch, soziale und ökonomische Aspekte der Nachhaltigkeit unterstützen, sondern auch unsere Gesundheit und Lebensqualität. Mehr zum Thema Gesundheit und Wohlbefinden

FotoCredits Foto: © pixabay.com

  Redaktion NUGNET.net

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